AG Pflege von Angehörigen – Thema auch in wissenschaftlichen Einrichtungen und Hochschulen

Gemäß den Zahlen des Statistischen Bundesamtes (2013) gibt es 2,6 Mio. Pflegebedürftige mit Pflegestufe. Davon werden 71% (1,8 Mio.) zuhause versorgt, davon 1,2 Mio. allein durch Angehörige ohne Zusammenarbeit mit ambulanten Pflegediensten. Alle ohne Pflegestufe werden nicht erfasst!

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich bis 2050 verdoppeln.

Die Probleme, die von den betroffenen Beschäftigten und Studierenden zu bewältigen sind, sind erheblich und vielseitig. Die gesetzlichen Grundlagen sind noch nicht ausgereift.

Die Frage, ob es Aufgabe von wissenschaftlichen Einrichtungen und Hochschulen ist, ihre Beschäftigten hier zu unterstützen, stellt sich uns nicht. Die Folgekosten der Nicht-Vereinbarkeit von Beruf und Pflege aufgrund von Fehlzeiten, Berufsaufgabe, aber auch Anwesenheit ohne Leistung, kostet je MitarbeiterIn und Jahr ca. 14.000 Euro (Quelle: Forschungszentrum Familienbewußte Personalpolitik).

Als Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen gilt es zunächst die Problemlagen zu definieren und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

So z.B.

  • Welche Unterstützung benötigen pflegende Beschäftigte und Studierende und was ist hier die Aufgabe der wissenschaftlichen Einrichtung (wo muss sie ansetzen, wo sind andere Stellen gefragt?)

  • Wie geht die Einrichtung mit diversen Pflegefallformen um?

  • Wie können die Einrichtungen Pflegeunterstützungsmaßnahmen finanzieren (gibt es Möglichkeiten der Drittmitteleinwerbung?)

 Die Arbeitsgruppe Pflege des BPC hat zunächst verschiedene Pflegeunterstützungsmöglichkeiten gesammelt und in drei Bereiche geclustert: (passive) Informationen, (aktive) Beratungen – auch über externe Kooperationen) und Veranstaltungen.

In Kürze werden die vielfältigen Pflegeunterstützungsmaßnahmen aller Mitgliedshochschulen über einen Fragebogen erhoben und die dadurch entstehende Datenbank den Mitgliedshochschulen zur Verfügung gestellt. Dabei geht es nicht nur um Fakten , sondern auch um Erfahrungen, die bereits mit den Maßnahmen gesammelt werden konnten.