Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels wird Familienorientierung für die Hochschulen in Deutschland zu einem wichtigen Argument im Wettbewerb um Studierende und wissenschaftliches Personal.
Hochschulen sind nicht nur Arbeits- und Ausbildungsstätte, sondern auch Lebensraum und für viele Jahre ein Ort, an dem die Weichen für die Lebensplanung gestellt werden. Damit kommt den Hochschulen eine besondere Verantwortung zu. Sie können für hochqualifizierte Menschen und potenzielle Eltern günstige Voraussetzungen schaffen, in dieser Lebensphase eine Familie gründen zu können. Studierende und junge Akademikerinnen und Akademiker finden bislang jedoch bei der Familiengründung noch wenig Unterstützung im Umfeld ihrer Hochschule.
Die Robert Bosch Stiftung, der Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer im Bundesministerium des Innern und das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) haben 2007 das Programm "Familie in der Hochschule" initiiert, um die Familienfreundlichkeit deutscher Hochschulen zu verbessern.
Über einen Wettbewerb wurden acht Hochschulen ermittelt, die beispielhafte Praxis für Familie an der Hochschule entwickeln und in die Breite tragen. Diese finden sich regelmäßig im Rahmen des „best practice-Club" zusammen, der gleichzeitig konzeptionell und umsetzungsorientiert arbeitet. Jede der acht Hochschulen wurde über zwei Jahre (2008-2009) mit einem Betrag von 100.000 € gefördert. Dabei fördert das Bundesministerium des Innern aufgrund der Funktion des Ministers als Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer die ostdeutschen Hochschulen, die Robert Bosch Stiftung die westdeutschen. |